Wie du dein Pferd vor Zecken schützt und was bei einem Zeckenbiss zu tun ist

Zecke in Zeckenzange

Zecken gibt es auf der ganzen Welt. Überall sind sie eine Plage für Mensch und Tier. Bei uns in Mitteleuropa ist die am meisten verbreitete Zecke der sogenannte Holzbock. Schon bei Außentemperaturen ab 7 °C können sich diese Blutsauger entwickeln, so dass sie ein Pferd bereits im Frühling befallen können.

Wissen wo die Gefahren lauern

Die Eier legt das Holzbock- Weibchen am liebsten versteckt im Gras oder unter Laub ab. Erwachsene Zecken sitzen auf Pflanzen bis 1,70 m Höhe. Deswegen werden die Parasiten vorrangig bei weidenden Pferden oder Pferden, die im Gelände geritten werden, entdeckt. Sie verankern sich am Fell der vorbeikommenden Pferde und kriechen von dort aus zu Stellen mit besonders weicher Haut um mit dem Blutsaugen zu beginnen. Nun ist es passiert. Der Speichel der Zecke gelangt in den Blutkreislauf des Pferdes. Auf diese Art werden häufig Krankheitserreger wie Borrelien auf das Pferd übertragen. Auch Piroplasmose könnnen diese Plagegeister hervorrufen. Allerdings kommt diese Krankheit sehr selten in Deutschland vor. In heißen Gebieten ist dies öfter der Fall und die übertragenen Parasiten befallen weiße sowie rote Blutkörperchen, was innerhalb von wenigen Tagen den Tod des Pferdes zur Folge haben kann. Bei Fohlen kann ein starker Zeckenbefall sogar zu Entwicklungsstörungen und Blutarmut führen.

Zeckenschutz: Das solltest du tun!

Einen hundertprozentigen Zeckenschutz ist noch nicht erfunden, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten einem Zeckenbiss vorzubeugen:

  • die Abzäunung der Koppel von Büschen, Sträuchern und Waldrändern
  • das regelmäßige Abmähen von hohen Sträuchern und Gräsern auf der Weide
  • regelmäßig das Pferd nach Anzeichen für Zeckenbefall absuchen, vor allem nach Ausritten und Weidegang
  • wöchentliches Waschen und Einreiben beziehungsweise Einsprühen mit zeckenabwehrenden Mitteln wie Parisol Bremsenschock, Zecki Zeckenspray oder BIO-Parasitkill von Latanis.

100 % Zeckenschutz gibt es leider nicht

Laut Stiftung Warentest (test 06/2014) sind die wirksamsten synthetischen Mittel gegen Zecken Diethyltoluamid (DEET) und Icaridin (Bayrepel). Als Tester der Insektenabwehrmittel fungierten Menschen, die Ergebnisse lassen sich aber gut auf Pferde übertragen. Jeder Reiter sollte allerdings beachten, dass bei dem Einsatz von Chemie oft Nebenwirkungen auftreten. Natürliche Anti-Zecken-Mittel scheinen leider keine Alternative zu sein. Die Präparate aus ätherischen Ölen nützen meist nur kurz oder können mit ihrer Wirkkraft nicht überzeugen.

Unruhe, Rötung, Schwellung – Zeckenbiss Symptome erkennen und den Blutsauger richtig entfernen

Der juckende Zeckenbiss und das vorangehende Krabbeln der Zecke führen beim Pferd meistens zu Unruhe. Durch das dichte Fell wird sie aber, meist zufällig, oft erst während des Putzens des Pferdes entdeckt. Schlimmer ist es, wenn sich die Bissstelle entzündet und eine gut sichtbare Wunde oder Schwellung entsteht. Die Zecke selbst ist recht gut zu erkennen, auch ohne Lupe. Die Larven nisten meistens am Kopf, während die ausgewachsenen Blutsauger eher am Euter, dem Schambereich oder zwischen den Schenkeln festsitzt. Sobald die Zecke von allein abgefallen ist, ist die kleine Bisswunde ohne Entzündung kaum noch zu erkennen.

Hat sich die Zecke bereits festgebissen, solltest du diese so schnell wie möglich entfernen. Am Besten eignet sich dafür eine Zeckenschlinge, Zeckenhaken oder Zeckenzange. Mit einer Pinzette oder den Fingernägeln klappt es mehr schlecht als recht und ist zudem ziemlich eklig. Die Zecke sollte zum Entfernen so nah an der Haut wie möglich gepackt und dann sehr schnell herausgezogen werden. Bitte darauf achten: Während des Herausziehens darfst du die Zecke auf keinen Fall quetschen, weil sie sonst umso mehr infizierenden Speichel in die Bisswunde abgibt. Wichtig ist es darauf zu achten, dass der Kopf der Zecke nicht im Körper des Pferdes bleibt, weil er sonst Entzündungen verursachen kann. Zur Vorsicht ist ein nachträgliches Desinfizieren der Stelle empfehlenswert. Und noch etwas zum Schluss: Kontrolliere die Bisswunde täglich um sicher zu sein, dass die Rötung abklingt. Dann geht es dir und deinem Pferd wieder gut.

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